Weshalb es wichtig ist, deine Komfortzone zu verlassen

Ich stehe gerade vor einer großen Veränderung in meinem Leben. Wieder einmal. Und das ist gut so. Denn Leben ohne Veränderung ist kein Leben, sondern Stagnation. Flaute, Stillstand. Tod. Ende. Aus.

Und wir sind nicht für Stillstand gemacht. Zumindest nicht, so lange wir lebendig sind. Das ist wie mit dem Segelschiff, das nicht dafür gebaut wurde, um im sicheren Hafen vor Anker zu liegen. Sondern dafür, auf’s Meer hinaus zu fahren und den Stürmen zu trotzen.

Aber für viele Menschen sind Veränderung etwas Schlimmes. Oder zumindest etwas, wovor sie sich fürchten. Ob Jobwechsel, Umzug in eine andere Stadt, Trennung von einem Partner oder von einem gewohnten Lebensabschnitt, all das birgt Risiken, Unwägbarkeiten und führt zu Ängsten.

Wer kennt nicht das zurückbleibende Elternpaar, das traurig ihrem Kind nachwinkt, das das Elternhaus verlässt, um in einer entfernten Großstadt zu studieren. Sehr selten benehmen sie sich so, wie die beiden in der Werbung, die vor einigen Jahren im Vorabendprogramm lief. Give five, hüftenwackelnd und deutlich erleichtert.

Nicht, dass ich mich hier missverständlich ausdrücke – es vollkommen normal und auch gesund, wenn du vor einer Veränderung in deinem Leben erst mal Unsicherheit zeigst. Oder je nach Gusto auch Angst, ja sogar Panik.

Aaaaber, es macht einen Unterschied, wie du damit umgehst.

Und deshalb möchte ich dir hier einmal meine drei Gründe darlegen, weshalb es gut ist, wenn du deine Komfortzone verlässt. Und dies am besten mehrmals im Leben.

1. Du erfährst viel über dich. Lernst dich und deine Fähigkeiten wirklich kennen.

Du kennst dich meist ziemlich gut. Immerhin bist du schon Jahrzehnte mit dir zusammen. Und dennoch wirst du ins Staunen kommen, was an Unbekanntem noch in dir schlummert. Als ich zum Beispiel vor vielen Jahren wieder einmal umzog, war mein damaliger Freund nicht anwesend. Er hatte beruflich irgendwo in Deutschland zu tun und ließ mich den Umzug alleine machen und unsere 4-Zimmer-Wohnung alleine einrichten.

Als es dann an das Anbringen von Regalen und Lampen ging, war ich erst einmal hilflos. Das hat sonst immer er, beziehungsweise einer seiner Freunde gemacht. Da ich aber meine Bücher aufstellen und die Lampe hängen haben wollte, musste ich wohl oder übel selbst ran.

Und zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich eine Bohrmaschine in der Hand, eine sich schnell drehende Bohrmaschine. Und bohrte meine Löcher, brachte Dübel an und schraubte das Ganze fest. Und was soll ich sagen: es hielt. Bis zum nächsten Umzug.

Genauso verfuhr ich mit der Deckenleuchte, obwohl ich bis dato keinen Schimmer davon hatte, wofür diese drei dünnen Drähtchen am Ende des Kabels waren. Aber anschließend brannte Licht.

Zwei kleine Beispiele, aber für mich schon ein großer Schritt aus meiner damaligen Komfortzone. Seither bohre ich entspannt meine Löcher in die Wände.

Sicher hast du auch solche Beispiele, die du in deiner Vergangenheit erfolgreich vorzeigen konntest. Und meist erinnerst du dich gar nicht mehr daran, warum du vorher solch eine Hemmung davor hattest.

Das Beste jedoch ist, dass auch dein Unterbewusstsein diese neue Entwicklung an dir sofort abspeichert. Yes, I can.

Und wenn du eine Sache kannst, dann kannst du auch eine Zweite. Und eine Dritte. Nach und nach verfestigt sich dieser Gedanke unbewusst in dir und er gilt für alle Herausforderungen, die zukünftig auf dich zukommen werden. Yes,I can.

2. Du öffnest Horizonte, weitest dein Bewusstsein. Und auch dein Unterbewusstsein.

Nichts ist so schwer, wie der Sprung über den eigenen Schatten.

Dieser Spruch begleitet mich schon sehr lange und ich liebe ihn. Wir stehen uns selbst am meisten im Weg. Vorzugsweise mit der Sonne im Rücken und werfen einen solch großen Schatten, dass der Sprung darüber fast aussichtslos erscheint.

Du bekommst die Chance, in einer dir noch vollkommen fremden Stadt im Ausland leben. Mit einem guten Jobangebot. Und einer von deiner Firma gestellten Wohnung. Aber du zögerst. Was, wenn ich dort keinen Anschluss finde? Wenn ich Heimweh bekomme? Nicht die fremde Sprache lernen kann? Wenn ich es dort nicht aushalte? Mir alles Angst macht? Die heimische Küche nicht vertrage?

Diese Aufzählung an Fragen könnte ich jetzt endlos weiterführen. Zeigen sie doch immer nur das Gleiche – dass du Angst vor dem Neuen, Unbekannten hast. So wie jeder normal empfindende Mensch.

Überwinde deine Ängste

Angst vor Unbekanntem ist etwas völlig Gesundes, denn im Zweifel rettet sie dein Leben. Hindert dich, mal einfach so auf eine uneinsehbare Bergkuppe zuzulaufen, ohne den Abgrund am Ende genau einschätzen zu können.

Aber – Angst lähmt auch. Furcht kann Chancen verbauen. Sie kann dich dazu bringen, das Leben an dir vorbeiziehen zu lassen und als stummer Beobachter oder Beobachterin daneben zu stehen. Um dir irgendwann, sehr viel später mal zu sagen: „Hätte ich damals doch nur…“

Wie Seneca bereits sagte: Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.

Wenn du es also schaffst, deine Angst vor Ungewissem zu beherrschen, ihr rational ins Auge zu schauen, vergrößerst du damit automatisch deine Komfortzone. Was kann schon in der fremden Stadt passieren? Du fühlst dich nicht wohl, leidest an Heimweh, findest keine Freunde? Dann brichst du das Abenteuer eben ab und kehrst nach Hause zurück. Um eine Erkenntnis reicher.

Du machst dir Gedanken, was dann die anderen über dich denken werden? Scheiß drauf, denn nur du bestimmst, was für dich wichtig ist. Liest du auch in diesem Artikel.

Wenn du dich aber daran erinnerst, welche Fähigkeiten du besitzt, welche Ressourcen in dir schlummern, wird es dir leichter fallen, Unbekanntes auszuprobieren. Und auf einmal ist der Umzug in eine fremde Stadt zwar immer noch eine Herausforderung. Aber eine, die du bewältigen kannst. Im Vertrauen auf dich und deine unbewussten Kräfte.

3. Du gehst in ein höheres Entwicklungslevel. Und das bringt dich in deinem Leben voran.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht, sagte schon Franz Kafka.

Wie ich zu Beginn schon erwähnte, steht mir gemeinsam mit meinem Mann ein neuer Lebensabschnitt bevor. Den wir uns ausgesucht haben und der vollkommen neu für uns ist. Es wird sich vieles ändern und das Beste daran, auch wir werden uns ändern.

Ich werde meine Komfortzone freiwillig verlassen, viele meiner gewohnten Abläufe hinter mir lassen und vieles neu lernen dürfen.

Ja, genau dürfen. Ich freue mich auf einen bis jetzt noch ziemlich unbekannten neuen Lebensabschnitt. Auf den dann zu meisternden Alltag. Auf die Stolpersteine, die mir dabei vor die Füße fallen werden.

Denn das bringt Energie, Spannung, Aktivität, Neugier, Abwechslung, Weiterentwicklung. LEBEN.

Entscheide dich für ein neues Level deiner Komfortzone

Wenn du dich entscheidest, deine Komfortzone zu verlassen, weil du zum Beispiel eine besonders herausfordernde Sportart lernen möchtest, sagen wir mal Paragliding, dann macht das was mit dir.

Angst, Abenteuerlust, Unsicherheit, Sicherheitsdenken, Risikoabwägung, Freiheitsgefühl, Ruhe, Aufregung wechseln sich permanent ab. Bis du deine Entscheidung in die Tat umsetzt und deine erste Unterrichtsstunde bekommst.

Ab diesem Moment steigst du auf in ein höheres Entwicklungslevel. Deine Komfortzone hat sich auf einmal mächtig ausgedehnt. Du fühlst dich kraftvoller, energiegeladener, mächtiger und freier.

Das spürst nicht nur du, auch andere in deinem Umfeld werden merken, dass irgendetwas an dir sich verändert hat.

So ging es mir, als ich vom sprichwörtlichen Sesselpupser zum Outdoorfan wurde, der lange und anstrengende Trekkingtouren macht. Mit Zelt und Verpflegung im Packpack. „So kennen wir dich gar nicht“, war noch der harmloseste Kommentar. „Wem willst du damit etwas beweisen?“ ein weiterer.

Niemandem wollte ich etwas beweisen. Ich wollte nur meinem Instinkt, meinem Unterbewusstsein folgen, das mir schon lange zuflüsterte, dass es Zeit für etwas Abenteuer in meinem Leben sei.

Bereit, um deine Komfortzone zu verlassen?

Also, bist du bereit für dein Abenteuer? Bist du bereit für deinen neuen Lebensabschnitt?

Bist du bereit das zu tun, was du schon längst tun willst?

Dass du es bist, merkst du an folgenden „Symptomen“:

  • Du verspürst eine gewisse Unruhe in dir. Willst irgendetwas verändern. Etwas dazu lernen, neue Erfahrungen machen. Raus aus deinem bisherigen Trott.
  • Das, was du bisher gemacht hast, fühlt sich zu gewohnt an. Zu normal, beinahe langweilig. Nicht, dass es sich schlecht anfühlt oder schlecht ist. Es fehlt nur eine kleine Zutat, damit es sich für dich runder anfühlt.
  • Du hast die sogenannte selektive Wahrnehmung. Bleiben wir beim Beispiel Paragliding. Auf einmal liest du überall etwas von Paragliding oder du triffst plötzlich auf Menschen, die diesen Sport bereits ausüben.
  • Du beschäftigst dich mit „was wäre, wenn?“ Wenn ich diesen Sport betreiben würde, wenn er mir richtig Spaß machen würde, wenn ich damit tolle neue Leute kennen lernen würde, wenn ich ….
  • Du siehst dich in deinen Tagträumen an deinem Zeil bereits angekommen. Zum Beispiel, wie du von einer Bergkuppe herunterschwebst.
  • Du holst erst konkrete Informationen ein. Was kosten mich die Flugstunden? Was ein Paraglider? Welche Kleidung brauche ich?

Die meisten Menschen kennen diese Gefühle/Symptome, nehmen sie jedoch nicht ernst. Werden schon wieder vorbei gehen, Spinnereien allesamt, Fantasien.

Oder sie nehmen sie ernst, haben aber Befürchtungen. Was passiert, wenn ich diesem Gefühl nachgebe? Was würden die anderen sagen? Bin ich dafür nicht zu alt?

Deshalb noch einmal meine Frage an dich: bist du bereit für dein Abenteuer? Oder auch LEBEN genannt.

Und weil dieser Artikel vor Zitaten nur so strotzt, zum Abschluss gleich noch eins. Eins, das ich dir wirklich ans Herz legen will.

Es ist nie zu spät, um das zu sein, was du sein könntest. (George Eliot)

Noch mehr Anregungen und Überlegungen zu diesem Thema findest du auch in diesem Artikel von uns.

Feel good. Be happy.

Deine Dagmar

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