• Loslassen und verzeihen, sind die beiden wichtigsten Phasen bei einer Trennung

Die fünf Phasen der Trennungsverarbeitung –

und warum Verzeihen wichtig ist 

Vor kurzem war ich auf einer Geburtstagsparty. Nur Frauen waren eingeladen, ohne ihre Ehemänner oder Partner.

Mal davon abgesehen, dass ich keine Freundin solcher ausschließlichen Damenveranstaltungen bin, war es ein lustiger und interessanter Abend.

Nun ja, wie gesagt, es war eine reine Frauenrunde und irgendwann am Abend kam das Gespräch, welche Überraschung, auf Männer, insbesondere Ex-Ehemänner. Und eine der Anwesenden sprach voller Wut über ihren ehemaligen Mann.

Dass er sie einfach so von heute auf Morgen verlassen hätte, nach 20 Jahren. Obwohl die Ehe doch eigentlich ganz gut gewesen sei.

Dass er sie zudem wegen einer andern verlassen hätte, die er vor kurzem erst kennen gelernt hätte.

Dass sie zurückgenblieben sei, in der alten Wohnung, mit den alten gemeinsamen Möbeln und ihrem kleinen Laden, der gerade mal genug zum Leben abwirft.

Aber dass sie es ihm gezeigt hätte. Nichts vom Haushalt hat er mitbekommen, lediglich ein paar vollkommen altmodische Tassen und Teller und ein paar abgelegte Handtücher.

Und jeder, dem sie von der Art und Weise der Trennung erzählte, war auf ihrer Seite. Alle Freunde würden sowieso zu ihr halten. Sogar die Familie ihres Exmannes.

Und reden, reden würde sie nie wieder mit ihm. Wenn sie zufällig aufeinandertreffen sollten, würde sie gehen.

Und wenn einer ihrer Bekannten sie beide gemeinsam einladen würde, würde sie diesen vor die Wahl stellen: er oder sie. 

Wenn es schwer fällt, eine Trennung zu überwinden

Oha, dachte ich mir, da hat jemand die Trennung noch nicht überwunden. Ist ja auch nachvollziehbar, dass sie nicht die besten Gefühle ihrem Ex gegenüber hat. Ist wahrscheinlich noch nicht lange her. Und wenn die Trennung wirklich so überraschend kam, ist es auch verständlich, dass sie aus allen Wolken gefallen ist. Und sich jetzt Beistand von Familie, Freunden und Bekannten holt.

Als eine der Zuhörerinnen sie fragte, wie lange denn die Trennung zurückläge, das könne ja noch nicht so lange her sein, ihren Gefühlen nach zu urteilen, antwortete die Angesprochene:

„Ach, das war vor gut zehn Jahren. Wir sind seit neun Jahren geschieden.“

Ich glaubte mich im ersten Moment verhört zu haben. Zehn Jahre!

So lange ist die Trennung vorbei und dennoch hat sie solche negativen Gefühle.

Seit zehn Jahren hält sie die Flamme der schlechten Gefühle am Brennen, sie schürt sie regelrecht.

Warum? Weiß sie, was sie sich damit antut?

Erkennt sie, dass sie seit zehn Jahren eine Gefangene ihrer Emotionen ist? Ihrer unverarbeiteten Gefühle von Trauer, Angst, Wut, Ablehnung und Enttäuschung?

Hat sie realisiert, dass diese negativen Gefühle etwas mit ihr machen? Mit ihrem Bewusstsein, und vor allem mit ihrem Unterbewusstsein?

Eine Trennung zu verarbeiten ist ein Prozess

Wenn wir seelische Verletzungen erleiden, fallen wir erst einmal in ein tiefes Loch. Wir können nicht glauben, wollen nicht wahrhaben, dass ein Mensch, dem wir vertrauten, den wir vielleicht liebten, uns so hintergeht.

Uns zurückstößt.

Uns betrügt.

Uns verlässt.

Das kleine Kind in uns, dass bedingungslos geliebt werden will, kommt zum Vorschein und bettelt um Zuneigung, um Sicherheit, um Liebe. Und dann sagt jemand, den wir bislang zu kennen glaubten: Nein.

Und wir wollen das nicht wahrhaben. Diese Situation lag bislang außerhalb unseres Vorstellungsvermögens.

Wir werden vollkommen aus der Bahn geworfen. Alle unsere Pläne, unsere Träume lösen sich in diesem Moment in Nichts auf.

Das ist schmerzhaft, ohne Frage. Und es macht Angst.

Angst vor dem Alleinesein, der wirtschaftlichen Unsicherheit, den praktischen alltäglichen Verrichtungen, dem Gerede der anderen.

Doch irgendwann sollte der Moment kommen, in dem wir beginnen, zu reflektieren.

Das kann bei dem einen nach einigen Wochen sein, beim anderen dauert es Monate. Doch irgendwann kommt dieser Tag. Und dann beginnt die Bewältigung des Trennungsschmerzes.

Die fünf Phasen der Trennungsbewältigung

Phase 1 der Trennungsverarbeitung:

Du nimmst die Situation an. Machst dir ganz klar bewusst, dass es aus ist. Vorbei. Und du wirst wütend. Auf ihn, oder sie, auf die Situation, auf die ganze Menschheit.

Jetzt ist die Zeit, um Bilder auszusortieren oder sie zu zerreißen. Irgendetwas zu tun, was deinen Gefühlen gerecht wird. Dramaland ist angesagt. Zum Beispiel das Bett in zwei Teile zu zersägen (Witz). Alle Liebesbriefe von ihm verbrennen (Blöde).

Phase 2 der Trennungsverarbeitung:

Verstehen, wofür die Situation gut ist. Du suchst nach einem Schuldigen. Natürlich kommt dir zuerst dein Ex-Partner in den Sinn. Oder die andere. Oder der andere. Dann landest du bei dir. „Klar, mit mir kann man es ja machen. Schon klar, dass so etwas mir passiert. Musste ja mir passieren“.

Du befindest dich zwar immer noch im Dramaland, doch langsam kommt die Frage auf, wofür die Trennung womöglich gut ist. Was dein Gewinn sein könnte. Welche Chancen das neue Leben dir bietet.

Phase 3 der Trennungsverarbeitung:

Verzeihen können. Diese dritte Phase ist eine enorm wichtige Zeit. Du richtest deine Gefühle auf dich und auf deinen Ex-Partner. Der Angriffsmodus ist jedoch ausgeschaltet. Deine Energie geht nach Innen, zu dir, zu deinen Gefühlen. Und zu seinen Gefühlen.

Aber auch zu den ehrlichen Fragen an dich:

  • Wieso habe ich es nicht früher angesprochen, dass etwas nicht mehr stimmt?
  • Warum habe ich so lange zugesehen, wie wir uns entfremdet haben?
  • Warum habe ich mich selbst angelogen?
  • Was ist mein Anteil an diesem Ergebnis unserer Beziehung, unserer Ehe?

Und jetzt wird dir langsam klar, dass zu einer Trennung/Scheidung immer zwei gehören. Dass die Situation, so wie sie ist, auch auf dein Verhalten in der Vergangenheit zurückzuführen ist.

Aus Anklage wird Akzeptanz.

Und du beginnst dich darauf zu konzentrieren, wie du emotional am besten aus der Situation herauskommst. Und wie du deinem oder deiner Ex wieder in die Augen sehen kannst, ohne in Wut oder Selbstmitleid zu verfallen.

Phase 4 der Trennungsverarbeitung:

Verzeihen heißt auch Loslassen. Loslassen von ehemaligen Wünschen und Träumen. Loslassen von der Idealvorstellung, die du von einem Leben mit deinem Expartner hattest.

Und loslassen von Schuldzuweisungen, Hasstiraden, den anderen schlecht machen und über ihn herziehen.

Loslassen bedeutet Freiheit, dein Leben nach vorne auszurichten. Und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Sie als Erinnerung jedoch zu bewahren.

Denn, mal ganz ehrlich, es muss doch was an dem Kerl dran gewesen sein, dass du ihn mal geheiratet hast?

Es muss dir doch etwas an ihr gefallen haben, dass du 15 Jahre mit ihr zusammen warst, oder?

Erinnere dich der schönen Momente und freue dich, dass sie da waren. Dass sie zu deiner Vergangenheit gehören.

Komme in deine Selbstverantwortung

Es gibt ein asiatisches Sprichwort: „Es bringt nichts, über verschüttete Milch zu weinen“. Stattdessen übernehme die Verantwortung für dein Leben und lade sie nicht deinem Ex, deiner Ex auf. Die haben andere Pläne, die dich nichts mehr angehen.

Aber was dich interessieren sollte, bist du. Deine Zukunft, deine Lebensplanung und deine Ziele.

Jetzt kommt die fünfte Phase, die Phase der Energie. Durch das Loslassen und Verzeihen machst du den Weg frei für deine innere Stärke.

Erst jetzt können deine mentale Power, deine emotionale Kraft für dich arbeiten. Und dir helfen, dich selbst zu finden.

Wenn du diese Phase nicht erreichst und stattdessen in der Phase eins oder zwei verharrst, wirst du endlose Loopings drehen. Weil du deinem Ex-Mann, deiner Ex-Frau immer die Schuld an deiner Lebenssituation zuweist.

Weil du ihm oder ihr lange nach der Trennung immer noch Einfluss gibst. Einfluss auf deine Emotionen, deine Seele, auf dich als Persönlichkeit.

Deswegen gehe in die Selbstverantwortung und werde frei.

Wenn du es alleine nicht schaffst, es gibt gute Coaches, die sich auf die Arbeit mit dem Trennungsschmerz spezialisiert haben.

Trau dich Hilfe zu suchen und sie anzunehmen. Denn je eher du verzeihen kannst, desto schneller kommst du auf eine neue Entwicklungsebene, die dich frei und offen für das Neue in deinem Leben macht.

Sei dir wichtig

Du willst dein Leben in ganz neue Bahnen lenken? Willst endlich das tun, wofür du dich bestimmt fühlst?

Dann trau dich und verlasse deine Kuschelecke und komme auf unser Wüstenseminar.

Was das mit dir machen wird und wie du lernst, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen, liest du hier.

Feel good. Be happy.

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