Seite auswählen

Wer ist eigentlich Man? Und woher weiß der, was für mich richtig ist?

Wie du lernst mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und warum dir das gut tut.

Geht es dir ähnlich?

Du hast heute Morgen verschlafen. Der Wecker war schuld. Hat nicht geklingelt. Man kontrolliert den ja auch abends nochmal, bevor man einschläft.

Du hast dich gestern im Supermarkt über die vordrängelnde Frau geärgert. Aber nichts gesagt. Weil es sich nicht gehört, dass man in der Öffentlichkeit einen Aufstand macht.

Oder auch gerne diesen: Du hast in diesem Jahr schon wieder zugenommenen. Obwohl du weißt, dass man in deinem Alter unbedingt auf die Figur achten muss.

Ich könnte diese Liste jetzt unendlich weiterführen.

Aber sind wir doch mal wirklich aufrichtig. Nicht der Wecker, die drängelnde Kundin oder die Gewichtszunahme sind schuld.

Es bist alleine du. Und nur du.

Wobei der Begriff Schuld hier nicht als erhobener Zeigefinger herüberkommen soll. Es fällt uns oft schwer, Eigenverantwortung zu übernehmen, denn es ist ja so viel leichter, die Verantwortung auf andere abzuwälzen. Oder eben auf dieses ominöse „man“.

Was das mit dir macht und wieso du unbedingt Eigenverantwortung übernehmen solltest, davon handelt dieser Artikel.

Selbstbewusste Menschen übernehmen Verantwortung

Vor allem für sich selbst

Für selbstbewusste Menschen gibt es kein „man“, sondern bei ihnen heißt das „ich“. Sie wissen, dass sie der Entwerfer ihres Lebens sind und es in der Hand haben, glücklich zu leben oder voller Einschränkungen.

Sie haben erkannt, dass Eigenverantwortung stark und unabhängig macht. Unabhängig von den Meinungen anderer. Von Regeln und Spielchen, die andere entworfen haben.

Sie beherzigen nämlich folgende wichtige Prinzipien und leben nach diesen Grundsätzen.

Gedanken sind Kräfte

Es liegt bei dir, ob sie positive oder negative Kraft entfalten

Ich bin ja eine große Verfechterin der These, dass alles Energie ist, aus Energie kam oder zu Energie wird. Somit auch unsere Gedanken.

Und aus diesen Gedanken-Energien werden Gefühle. Und Gefühle führen zu unserem Handeln. Somit erwächst alles Handeln aus Gedanken. Im positiven, wie im negativen.

Was ich damit sagen will, ist Folgendes: nehmen wir das Beispiel aus dem ersten Absatz dieses Artikels. Das mit dem Supermarkt und der Dränglerin.

Du hast dich über diese Kundin an der Kasse geärgert, weil sie sich vorgedrängelt hat. Also dir dein Recht auf diesem Platz in der Schlange streitig gemacht hat. Der Ärger wurde so stark, dass du ihr am liebsten die Meinung gesagt hättest. Aber das dann doch lieber gelassen hast. Denn gleichzeitig ploppte ein Glaubenssatz hoch, vollkommen unbewusst, der dir sagte, dass „man“ das in der Öffentlichkeit nicht tut.

Sich deutlich wehren. Seine Interessen durchsetzen. Mit Selbstsicherheit und Vehemenz. Oder mit klaren eindeutigen Worten.

Was könnten denn die anderen von dir denken.

Also hast du dich lieber still geärgert und warst gleichzeitig sauer auf dich, dass du nicht reagiert hast. Dass du dich so behandeln hast lassen. So ungefähr wie „wieso kann ich nicht meinen Mund aufmachen, wenn es notwendig ist? Warum lass ich mir dauernd alles gefallen? Und, und, und…

Und es kommt dann noch besser – mit diesem Ärger bist du nach Hause gegangen. Mit dem Gefühl der Ohnmacht, der unterdrückten Wut. Oder auch der Hilflosigkeit, des Versagens.

Und zuhause wartete dein vollkommen ahnungsloser Partner.

Und der hatte vergessen, die Katze zu füttern.

Und du explodierst.

Affirmation 1: Ich achte auf meine Gedanken. Denn sie sind die Basis meiner Emotionen Und diese sind die Grundlage meines Handelns.

Überprüfe deine Werte und handle danach

Nur wenn du in Übereinstimmung mit deinen Werten lebst, wirst du eigenverantwortlich richtig für dich entscheiden können

Jeder von uns hat ein Wertegerüst. Das er zunächst einmal über seine Erziehung mitbekommen hat. Doch nicht nur die Erziehung liefert Wertvorstellungen, sondern das gesamte soziale Umfeld. Freunde, Mitschüler, Kollegen, Vorgesetzte. Auch die kulturellen Prägungen, die religiösen Überzeugungen, die geschlechtsspezifischen Muster oder innere Überzeugungen stellen das Reservoir dar, aus dem du deine Überzeugungen, deine Werte schöpfst.

Und idealerweise hast du eine inneren Wertekompass, der dich leitet. Ich will nicht sagen, dass dieser in Stein gemeißelt ist, aber dennoch ist er ein verlässlicher Navigator. Sozusagen dein persönliches Navi.

Aber genauso wie du deinem Navi nicht blindlings folgst (bis auf die Spaßvögel, die sich mit ihrem 20-Tonner in einer Sackgasse verfahren), wirst du deine Werte idealerweise genau hinterfragt haben. Passen sie zu mir? Kann ich danach leben? Bin ich das?

Denn wenn nicht, würdest du ja die Werte anderer übernehmen.

Je genauer du deine Werte kennst, und sie für dich analysiert und festgelegt hast, desto sicherer kannst du dich auf sie verlassen. Quasi in der Funktion eines Autopiloten, um in dem Bild mit dem Navi zu bleiben.

Du brauchst niemand anderen, der dir sagt, was richtig und falsch für dich ist. Du kannst souverän die richtige Entscheidung für dich treffen. Und wenn du dich sicher entscheiden kannst, bist du dem Ziel, deine Eigenverantwortung zu leben, sehr nahe.

Affirmation 2: Ich kenne und achte meine Werte und lebe danach.

Geh raus aus der Opferrolle

Werde zum Schöpfer deines täglichen Lebens

Viele Menschen meckern und nörgeln über alles Mögliche. Die blöden Politiker, der dämliche Chef, der faule Handwerker, das Wetter, der Zustand der Autobahnen, der bellende Hund des Nachbarn. Und was weiß ich noch alles.

Diesen Menschen ist eines gemeinsam. Sie sind Opfer. Opfer eines politischen Systems, der Wirtschaft, des Klimas, der Umstände. Und weißt du was? Ich glaube, sie lieben diese Opferrolle.

Denn als Opfer haben sie nur zu sagen: ich kann nichts dafür, dass es so scheiße ist. Das war ich nicht. Das ist doch nicht meine Schuld. Und dann können sie weiter nach Herzenslust meckern und lamentieren.

Und dabei ist es doch so einfach. Die Amerikaner haben dafür einen schönen Ausspruch: Love it, leave it or change it.

Kannst du das Wetter ändern? Nein! Also weshalb sich darüber aufregen.

Kannst du den dämlichen Chef ändern? Nein? Also such dir einen anderen Job, wenn du es gar nicht mehr aushältst.

Kannst du den Hund beruhigen? Vielleicht hilft ja ein Gespräch mit dem Nachbarn.

Meckern ist so einfach und du merkst nicht, wie du dich damit selbst jedes Mal schädigst. Und jedesmal ein Stück Eigenverantwortung abbröckelt.

Jeder negative Gedanke wird zur … siehe Punkt 1. Also lass es und werde zum positiven Schöpfer deiner Gedanken, deiner positiven Energie, deines erfüllten Lebens.

Affirmation 3: Ich akzeptiere das, was ich nicht ändern kann. Und ändere das, was ich ändern kann. Wenn mir beides nicht möglich ist, werde ich mich davon lösen.

Suche dir deine Beziehungen sorgfältig aus

Gute wirken stärkend, schlechte wirken schwächend

Kennst du das? Du hast einen Freund aus früheren Zeiten. Na, ja, eigentlich seid ihr keine engen Freunde mehr, dafür seht ich euch zu selten. Und wenn ihr euch seht, dann merkst du, dass ihr euch nicht viel zu sagen habt. Es ist eher so, dass du deinen „Freund“ manchmal kaum wiedererkennst. War er immer schon so negativ? Hat er immer schon nur das Haar in der Suppe gesehen? Hatte er immer schon für deine Pläne, Gedanken solch abwertende Antworten?

Das Schöne an Beziehungen ist, dass sie dir viel Kraft und Liebe geben können. Unterstützend und anregend sein können. Dann tun dir diese Beziehungen gut. Allerdings gibt es auch Beziehungen, die das Gegenteil mit dir machen. Sie ziehen dich runter, machen dich klein. Dann tun dir diese Beziehungen nicht gut.

Und dennoch bleiben wir oft in solchen Beziehungen. Das gilt natürlich erst recht für partnerschaftliche Beziehungen. Tief in unserem Inneren wissen wir, dass diese Beziehungen uns kraftlos und traurig machen. An uns selbst zweifeln lassen. Und wir bleiben dennoch darin.

Trenne dich von all den Menschen, die dir Kraft rauben, anstatt dir Kraft zu geben. Das ist nicht immer einfach. Keineswegs. Da sind Bindungen, die ihr gemeinsam habt. Eure Jungenderinnerungen, ein gemeinsames Business oder soziale Bindungen.

Wenn dir eine Beziehung nicht gut tut, trenne dich von ihr. Wenn du alle Hebel in Bewegung gesetzt hast, diese Beziehung lebendig sein zu lassen, es aber nicht dazu führt, dass die Beziehung lebendig und fruchtbar ist, trenne dich von dieser Beziehung. Trenn dich von diesen Menschen.

Denn diese Menschen ziehen dich runter, kosten dich Energie, machen dir dein Leben schwer. Und das Leben ist ja nicht immer einfach. Trotz deiner positiven Energie. Trotz deiner optimistischen Grundhaltung. Weshalb solltest du dann die negativen Energien eines anderen Menschen noch mittragen wollen?

Du musst es nicht. Es ist ok, sich von alten Freunden zu trennen, wenn diese dir nicht mehr gut tun. Oder sich vom Geschäftspartner zu lösen, wenn der Weg nicht mehr in die gleiche Richtung geht. Das gleiche gilt selbstverständlich auch für Ehe- oder Lebenspartner.

Doch dazu gäbe es einen eigenen Artikel zu schreiben. Und dies soll kein Eheberatungsblog sein.

Affirmation 4: Ich wähle nur Menschen in meinen engen Beziehungskreis, die mich positiv unterstützen und mir gut tun.

Du bist für dein Glück verantwortlich

Es ist nicht die Aufgabe anderer, dich glücklich zu machen

Wenn wir jetzt schon so weit gekommen sind, wird es Zeit für die ganz große Erkenntnis. Die da lautet: Nur du alleine kannst dafür sorgen, dass du glücklich bist. Kein Ehepartner, kein Kind, kein Freund oder Freundin, kein Guru, kein Seelsorger. Du allein bestimmst, ob du als Glücklicher durch dein Leben gehst. Oder ob du als Unglücklicher am Ende deines Lebens stehen wirst.

Wenn du von einem anderen erwartest, dich glücklich zu machen, kannst du nur enttäuscht werden. Diese Verantwortung jemandem anderen zu übereignen, ist geradezu verantwortungslos. Und zwar dir selbst gegenüber.

Wenn sich nur jemand um mich kümmern würde, dann wäre ich auch zufriedener, ausgeglichener, selbstbewusster.

Wenn ich endlich jemand hätte, der mit mir alle diese tollen Reisen macht. Dann wäre ich glücklich.

Wenn jemand mich liebt, dann kann auch ich mich lieben, dann kann ich ja nicht so schlecht, so faul, so irgendwas sein.

Dieser Jemand wäre damit wohl ziemlich überfordert.

Viele warten auf den Traumprinzen, auf ihre Traumfrau. Doch das einzige, was dir dieses Warten bringen wird, ist nicht der Traummann, die Traumgefährtin, sondern es sind Begegnungen mit ganz normalen Menschen.

So wie du und ich. Menschen mit Fehlern, mit Schwächen, mit Ängsten. Und die schlimmstenfalls von dir erwarten, dass du ihr Traumprinz, ihre Traumfrau bist. Und dann …siehe unter Punkt 4.

Und selbst wenn diese Menschen stark und souverän sind, erfolgreich und fürsorglich werden sie nicht dein Glück gestalten können.

Denn du bist alleine dafür verantwortlich. Nur du kannst wissen, was dein Glück ausmacht und kannst alles dafür tun, das auch zu erreichen.

Affirmation 5: Ich sorge dafür, dass ich glücklich bin. Und übertrage diese Verantwortung niemand anderem.

Pfeif auf Konventionen

Das Leben ist ein ständiger Wandel

Du hast Lust unbändig herum zu albern? Spontan zu der Musik eines Straßenmusikers mitten in der belebten Fußgängerzone einen Tango zu tanzen? Du willst mit 65 noch einen Minirock tragen? Mit 50 anfangen für einen Triathlon zu trainieren? Oder du hast vor, allen Besitz zu verkaufen und mit dem Geld die lang ersehnte Weltreise zu machen. Und das 10 Jahre, bevor du offiziell in Rente gehen kannst (darfst)?

Also du willst etwas tun, was vollkommen gegen das „Normale“ ist. Etwas, was man nicht macht. Wovon dir andere, oft auch Freunde, abraten.

Du hörst sie sagen: Was wird, wenn du scheiterst? Was, wenn du unterwegs krank wirst? Was, wenn man sich über dich mokiert? Wenn du dich blamierst?

Für alle jüngeren Leser die gute Nachricht. Hier ist der Ältere klar im Vorteil. Er kümmert sich nicht mehr sehr darum, ob er sich blamiert. Oder sich lächerlich macht. Alter macht souveräner.

Aber auch die Jüngeren werden erkennen, dass Leben eine Folge von Wandel und Abwechslung ist. Was gestern verpönt oder schräg war, ist heute gesellschaftsfähig. Worüber wir uns gestern noch aufregten, ist heute Alltäglichkeit.

Wichtig bei der ganzen Sache ist doch nur, ob du dir treu bleibst. Ob du das tust, was du willst. Das bedeutet keinen Freibrief für egoistisches und rücksichtsloses Verhalten. Aber es bedeutet durchaus, sich herrschende Konventionen genauer anzusehen.

Wieso sollte eine 65-jährige keinen Mini mehr tragen? Werfen wir einen Blick nach Südamerika, Brasilien zum Beispiel, ist es dort gang und gäbe, dass Miniröcke vor keinem Alter Halt machen.

Wer sagt, dass du bis zum erreichend des Rentenalters arbeiten musst, wenn du es dir leisten kannst oder willst, vorher zu kündigen?

Wenn du in dem Bewusstsein lebst, dass dein innerer Kompass dir das richtige Verhalten für dich zeigt, weil du kongruent deine Werte lebst, dann wirst du über Konventionen und erhobenem Zeigefinger stehen.

Und darüber schmunzeln.

Affirmation 6: Ich lebe mein Leben, so wie es mir gefällt. Und übernehme dafür die Verantwortung.

Sei gut zu dir

Selbstkritik schön und gut, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein

Eigenverantwortung für sich zu übernehmen bedeutet nicht, sich zu zerfleischen. Wenn dir im Job so richtig etwas misslungen ist, ist das unangenehm. Besonders, wenn das Ergebnis dann nachhaltig negative Auswirkungen hat.

Deine Präsentation vor einen wichtigen Kunden ging in die Hose? Der Kunde hat daraufhin den Folgeauftrag nicht unterschrieben? Und dadurch können die Abteilungsziele nicht eingehalten werden?

Das ist nicht gut. Und du wirst mit der Kritik deines Vorgesetzten umgehen müssen. Aber hey, du bist ein Mensch. Und Menschen machen Fehler. Es ist geradezu zwingend notwendig Fehler zu machen, wenn wir vorankommen wollen.

Wichtig ist allerdings aus den Fehlern zu lernen und sich nicht in Selbstkritik zu ergehen.

Denn jedes Mal, wenn du schlecht von dir denkst, so wie „ich Depp, ich blöde Kuh“ dann wird erneut der Negativkreislauf angestoßen.

Du weißt ja nun bereits: Gedanken sind Kräfte.

Sie führen zu Gefühlen.

Und diese wiederum werden zu deinem Handeln.

Also spar dir die übermäßige Selbstkritik und schau stattdessen, woran dein Fehler, zum Beispiel die misslungene Präsentation, gelegen hat. Und ändere für das nächste Mal dein Vorgehen. Lerne zu wachsen, dich zu entwickeln. Deine Fähigkeiten richtig und erfolgversprechend einzusetzen.

Denn du kannst das. Du hast das drauf. Sonst wärst du nicht in dieser Position.

Das gilt nicht nur im beruflichen Leben. Auch im zwischenmenschlichen Bereich machen wir Fehler. Manche sind wirklich so arg. So schlimm, dass wir aus Verlegenheit, aus Scham oder aus tiefster Reue nicht wissen, wie wir den begangenen Fehler wieder gut machen sollen.

Und gerade da benötigen wir unsere ganz Kraft, um daraus zu lernen. Vielleicht auch, um Verzeihung zu bitten. Und so an diesem begangenen Fehler zu wachsen.

Und wir brauchen keinesfalls übertriebene, geißelnde Selbstkritik.

Affirmation 7: Ich bin gut zu mir und betrachte meine Fehler als Chance zur Weiterentwicklung.

Eigenverantwortung entsteht aus der vollen Inbesitznahme deines Wesens und der Akzeptanz deiner Persönlichkeit.

Und ob du dein Leben in die Hand nimmst, es zu dem gestaltest, was es für dich sein könnte.

Also – feel good, be happy.